Kleine und große Gebrauchsspuren bei Massivholzmöbeln reparieren

Kratzer auf Holzmöbeln entfernen

Inhaltsverzeichnis:

  1. Einleitung
  2. Kratzer von der Holzoberfläche entfernen
  3. Feine Kratzer von Massivholzmöbeln entfernen
  4. Tiefe Beschädigungen schleifen
  5. Das Opfer
  6. Der Reparaturvorgang
  7. Kratzer mit Wachs reparieren
  8. Oberfläche wieder versiegeln
  9. Infografik zum mitnehmen, ausdrucken und verlinken


Einleitung

Genaugenommen sind Massivholzmöbel kostengünstig wie kein anderes Möbelstück. Warum? Die Antwort ist ganz einfach: Die Möbel sind für die Ewigkeit gemacht und können selbst Generationen überleben. Natürlich können auch diese Möbel kaputt gehen, aber im Gegensatz zu anderen Möbeln aus Spanplatten oder anderen Materialien kann bei einem Massivholzmöbelstück fast jede Gebrauchsspur repariert werden. Erfahren Sie, wie Sie Kratzer ganz einfach beseitigen können.

Kratzer von der Holzoberfläche entfernen

Sehr häufig entstehen auf Massivholzmöbeln Kratzer. Die lieben Kinder, der Umzug oder einfach die eigene Unachtsamkeit können dafür verantwortlich sein. Bei Möbeln aus Spanplatten können diese Abnutzungen nicht komplett beseitigt werden. Bei Massivholzmöbeln ist das kein Problem. Je nach Tiefe der Beschädigung gibt es verschiedene Lösungen, um das Möbelstück zu erhalten und die Kratzer zu beseitigen. Der Aufwand ist bei großen Beschädigungen natürlich auch entsprechend höher. Aussichtslos ist es aber nicht.

Feine Kratzer von Massivholzmöbeln entfernen

Feine Kratzer lassen sich oft einfach wegpolieren. Bei geölten oder gewachsten Möbelstücken genügt es, die Oberfläche mit einem weichen Lappen und etwas Öl oder Wachs zu behandeln. Sollte das nicht ausreichen, kann ein Schleifschwamm, den es im Baumarkt in verschiedenen Körnungen gibt, gute Dienste leisten. Je feiner der Kratzer ist, desto feiner sollte auch der Schleifschwamm sein. Achten Sie unbedingt auf einen Schleifschwamm für Trockenschliff. Nassschliff ist nicht für Holz geeignet.

Tiefe Schrammen schleifen

Tiefere Kratzer können es erforderlich machen, dass Sie die ganze Oberfläche schleifen müssen, um am Ende wirklich nichts mehr von der Abnutzung zu sehen. Je nach Kratzertiefe benötigen Sie dazu:

  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen,
  • bei sehr tiefen Beschädigungen kann auch eine Schleifmaschine eingesetzt werden,
  • einen weichen Lappen,
  • eventuell Lasur, Lack, Öl oder Wachs für die Oberflächenbehandlung.

Materialien für die Reparatur des Kratzers

Beim Schleifen der Oberfläche kommt es darauf an, wie tief die Abnutzungsspur ist. Sehr tiefe Furchen können es erforderlich machen, das gesamte Teilstück abzuschleifen, um eine gerade und glatte Oberfläche zu erhalten. Ob mit Hand oder Maschine – geschliffen wird immer in Faserrichtung. Bitte schleifen Sie niemals quer zur Faser oder in kreisenden Bewegungen, damit machen Sie mehr kaputt.

Begonnen wird mit einem Schleifpapier mit grober Körnung. Dabei sollte die Körnung aber nicht grober als 80 sein. Alles andere hinterlässt Spuren, die Sie später wieder beseitigen müssen. Mit dem groben Schleifpapier beseitigen Sie die Unebenheit. Aller folgenden Schliffe beseitigen die Spuren des vorhergehenden Schleifganges. Sinnvoll sind Schleifvorgänge mit den Abstufungen 80 - 120 - 180 - 240 Körnung. Eventuell kann auch ein Abschluss mit einem 320er-Papier vorteilhaft sein. Schleifen Sie mit der Hand, ist ein Schleifklotz ideal, um den Sie das Papier wickeln. Der Klotz sollte von der Größe der Fläche angepasst sein. Weiches Material eignet sich nicht dafür, da dieses eventuell den Unebenheiten folgt. Entfernen Sie zwischen jedem Schleifgang die Späne. Sehr vorsichtig und aufmerksam müssen Sie mit der Schleifmaschine sein. Schnell ist mehr abgeschliffen, als gewünscht.

Vor dem letzten Schliff sollten Sie das Holz anfeuchten. Bitte nur anfeuchten - nicht nass machen. Dazu reicht ein feuchtes Tuch, mit dem Sie über das Möbelstück streichen. Dabei richten sich die Holzfasern auf, die dann mit entfernt werden. Diesen Vorgang können Sie mehrfach wiederholen, bis das Möbelstück akkurat glatt ist.

Das Opfer: dieser Tisch wurde für unser Beispiel mit einem Kratzer versehen und wieder spurlos repariert

Diesen massiven Esstisch aus Akazie in Macamteakoptik kann man so leicht reparieren

Der Reparaturvorgang: abschleifen, säubern, ölen, einarbeiten, fertig

Kratzer auf einem Massivholztisch Tischoberfläche abschleifen - Bild 01 Tischoberfläche abschleifen - Bild 02 Tischoberfläche abschleifen - Bild 03

Tischoberfläche abschleifen - Bild 04 Öl auf die Tischoberfläche geben Öl in die Tischoberfläche einarbeiten Alles ist wieder gut

Kratzer mit Wachs reparieren

Wenn Sie nicht großflächig schleifen möchten, gibt es noch eine andere Möglichkeit, Vertiefungen zu beseitigen. Im Handel gibt es Reparaturwachs für Massivholzmöbel. Das Wachs ist in verschiedenen Farben erhältlich und kann so dem Holz-Ton angepasst werden. Obwohl die Methode einfacher ist, muss Ihnen klar sein, dass das Wachs immer wie ein Fremdkörper im Möbelstück wirkt. Je nach Oberflächenbehandlung kann es schwierig werden, einen einheitlichen Farbton zu erreichen. Für die Reparatur mit Wachs brauchen Sie:

  • Holzreparaturwachs in der entsprechenden Farbe Ihres Möbelstücks,
  • Schleifpapier in den Körnungen 180 bis 220,
  • Vliestuch,
  • Bügeleisen,
  • Öl, Wachs oder Lasur für die Oberflächenbehandlung.

Der Umgang mit Wachs ist nicht ganz einfach und erfordert etwas Fingerspitzengefühl, wenn die reparierte Stelle am Ende unsichtbar sein soll. Eine gute Vorbereitung ist hier der halbe Erfolg. Die beschädigte Stelle wird zuerst mit feinem Schleifpapier von Versieglungen, Ölen oder Wachsen befreit. Dazu wird erst mit einer 180er-Körnung geschliffen und anschließend mit einer 220er-Körnung die Stelle noch einmal geglättet. Ränder sollen so glatt wie möglich sein, Splitter müssen entfernt werden.

Kneten Sie nun, wie bei Knetmasse, das Reparaturwachs in den Händen zum Aufwärmen. Sie können das Wachs aber auch im Backofen bei etwa 50° C aufwärmen. Nun bringen Sie das Wachs in die Schadstelle ein. Die Stelle muss vollflächig und bis oben hin aufgefüllt werden. Sollte das Wachs etwas überstehen, ist das nicht so schlimm.

Erwärmen Sie nun das Bügeleisen. Die Temperatur „Wolle“ reicht aus. Legen Sie das Vliestuch auf die mit Wachs gefüllte Stelle und bügeln Sie das Wachs ein. Überprüfen Sie immer wieder, wie das Wachs verläuft. Holz und Wachs müssen sich verbinden. Sie können auch noch etwas Reparaturwachs zugeben, wenn die Stelle nicht gänzlich ausgefüllt ist.

Zum Schluss muss das Wachs kalt werden, was circa eine Stunde dauert. Schleifen Sie die Stelle nochmals mit feinem Schleifpapier, bis sie ganz glatt ist.

Oberfläche wieder versiegeln

Ganz gleich, für welche Variante Sie sich entscheiden, am Ende müssen Sie die Oberfläche wieder versiegeln. Haben Sie geölte oder gewachste Massivholzmöbel, bringen Sie Öl oder Wachs in mehreren Schichten wieder auf, bis sich eine einheitliche Fläche bildet und keine Farbunterschiede mehr zu sehen sind. Auch beim Wachsen und Ölen sollten Sie in Richtung der Maserung vorgehen und den Oberflächenschutz sorgfältig einarbeiten. Setzen Sie dabei auf umweltfreundliche Produkte. Das Öl wird auf die Oberfläche bis zur vollkommenen Sättigung auftragen. Lassen Sie dem Öl zwischendurch immer wieder etwas Zeit, um einzuziehen. Überschüssiges Öl sollte am Ende mit einem weichen Tuch aufgenommen werden. Gewachste Möbel erhalten einen dünnen Auftrag aus Hartwachs, der vor dem Polieren trocknen muss.

Sind Ihre Möbel mit einer farblichen Lasur versehen, kann es unter Umständen schwierig werden. Der jeweilige Farbton kann bei unterschiedlichen Herstellern auch unterschiedlich aussehen. Fragen Sie zuerst beim Hersteller nach, ob man Ihnen etwas von der Lasur zur Verfügung stellt. In den meisten Fällen ist das durchaus möglich.

Sollte das nicht möglich sein, ist es besser, zur Variante eins greifen und die gesamte Fläche zu schleifen, um dort eine einheitliche Oberflächenversieglung zu erreichen. Lasuren können sehr dünn aufgetragen werden. Mit einem guten Pinsel, der für Holzlasuren geeignet ist, streichen Sie die Lasur vorsichtig ein. Für ein gleichmäßiges Bild können durchaus zwei oder mehr Anstriche erforderlich sein.

Sind Ihre Massivholzmöbel lackiert, kommt am Ende eine Schicht mit Holzlack, welche die Oberfläche besonders strapazierfähig macht. Mit einer Lackrolle tragen Sie den Holzlack mehrfach auf. Jede Lackschicht muss komplett durchtrocknen. Bevor Sie die nächste Schicht auftragen, erfolgt ein Zwischenschliff mit sehr feinem Schleifpapier. Damit entfernen Sie die Holzfasern, die sich durch das Lackieren aufgerichtet haben. Den Schleifstaub entfernen Sie am besten mit einem Staubsauger.

Am Ende haben Sie wieder ein top Massivholzmöbelstück ohne Kratzer und Abnutzungsspuren.

Infografik: Gebrauchsspuren von Massivholzmöbeln entfernen

Infografik: Gebrauchsspuren von Massivholzmöbeln entfernen

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